Berner Rösti mit Zukunft

Ob der Berner "Rösti" die  Zukunft  knusprig gestalten kann, wird sich schon bald zeigen. Gegen Vorstösse des Parlaments anzutreten oder im Bundesrat die Beschlüsse vertreten zu müssen sind zweierlei Paar Schuhe. Den Co2-Ausstoss der Schweiz bis 2050 neutral gestalten zu müssen oder die Oel- und Autolobby gegen Entgeld zu vertreten, gegen Benzinpreiserhöhungen zu wettern oder ein Gesetz gegen die Klimaerwärmung in Gang zu bringen - all diese Positionen liegen diametral auseinander.

 

Die Schweiz hat sich im Klimaabkommen von Paris 2015 verpflichtet, den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Bis 2050 soll der Wert netto Null betragen.  Das Übereinkommen von Paris hat zum Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird.  

 

Die Schweizer Bevölkerung wird den Erfolg des neuen UVEK-Vorstehers  daran messen, ob er diese Versprechen für die Schweiz erreicht oder eben nicht. Mit der altbekannten Haltung der SVP, der Partei von Bundesrat Rösti, wird dies nicht möglich sein. Die SVP-Oberen werden schon bald das Heu nicht mehr auf der selben Bühne haben wie ihr ehemaliger Parteipräsident. Uf guet Bärndütsch: "Är wird de d'Miuch scho abegä."

 

NGO-Umweltorganisation Campax scheint in dieser Hinsicht besorgter zu sein. Sie schreibt an den neuen Bundesrat einen offenen Brief und stellt die "Gretchen-Frage: " Herr Rösti, bekennen sie sich zu den IPCC-Berichten, die besagen dass die Erderwärmung zum grössten Teil durch Menschen verursacht ist? Rösti hatte dies  in der Vergangenheit oft dementiert. Die Massnahmen zum Schutz der Umwelt hatte er sogar als kontraproduktiv und «teuflisch» bezeichnet. 

 

Linke, Grüne und Klimaaktivist*Innen, die es als Katastrophe ansehen, dass der neue SVP-Bundesrat das UVEK gefasst hat, können meiner Ansicht nach beruhigt sein. Er wird nicht so handeln können wie er über die letzten Jahre trompetet hat. Es würde ihm lauter Misserfolge einbringen  und das will sich kein gwählter Bundesrat antun. Die Häme wäre unerträglich. Partei hin oder her. Man wird schon bald von Rösti sagen, er habe wohl "Kreide gefressen". 

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