Wählt E.T. in den Bundesrat?

Früher hörte man in der Presse von einem möglichen Rücktritt eines Bundesrates. Dann kamen langsam einzelne Vermutungen auf, wer als Nachfolger oder Nachfolgerin in Frage käme. Dann folgten die Dementi der Genannten und darauf einzelne Stimmen, man wolle es sich evt. überlegen aber eher doch nicht. Noch selten hörte man die klare Aussage: "Ja, ich will." Ganz anders heute: Bundesrat werden scheint ein Karriereziel geworden zu sein, das man schon im Kindergartenalter definiert hat. Zumindest scheint es so, denn so viele AnwärterInnen auf einmal habe ich noch nie bei einer Ersatzwahl gesehen. Eine rühmt sich mehr als die Andere und preist ihre Qualitäten an wie Gemüse auf dem Frischmarkt. "Ich bringe lange Erfahrung aus dem Parlament mit, ich bringe Exekutiverfahrung aus dem Regierungsrat ein, ich bin Mutter zweier Kinder" etc. Ich, Ich, Ich - jedoch über mögliche Lösungen der anstehenden Probleme habe ich bis dato nichts gehört oder glaubt jemand, eine Frau zu sein und der SP anzugehören sei bereits ein Programm zur Lösung der Klimakrise oder der kommenden Inflation?  

Nach den schwachen Versuchen von Heinz Tännler und Hans-Ueli Vogt SVP, sich salopp anzubieten nach dem Motto: "Na wenn es denn sein müsste, wäre ich allenfalls bereit", kommt jetzt noch Altmeister E.T.  ins Spiel und will partout nach Hause telefonieren und seine Diskriminierung beklagen. Seine Anpreisung an der Pressekonferenz soll 3/4 Stunden gedauert haben. So lang war die Liste seiner Erfahrungsqualitäten. "Ich habe Erfahrung im Recht" sagte er in der Arena. Dabei gehe es ihm nicht darum, gewählt zu werden. Er wolle eigentlich nur als Mann ins Spiel mitgenommen werden. Liebe Bundesversammlung: Wählt Daniel Jositsch in den Bundesrat, dann haben wir neben Kantonszugehörigkeit und Sprachregion auch ausserirdisches Territorium berücksichtigt mit einem Kandidaten, der zumindest telefonieren kann.

Nachtrag 23.11.2022

 

Ich muss mich in zwei Dingen korrigieren: Mit Daniel Jositsch bin ich etwas zu streng umgegangen. Er ist natürlich unbestritten ein hoch intelligenter Kopf und ein brillanter Sozialdemokrat und er würde ein sehr guter Bundesrat werden. Er hat sich vor kurzem aus dem Rennen genommen zu Gunsten des Frauentickets. Das ist lobenswert. 

 

Ueli Vogt von der SVP habe ich unterschätzt. Er ist meiner Ansicht nach der kompetenteste Kandidat der SVP und sein dezenter und unaufdringlicher Auftritt spricht für ihn. Könnte ich wählen, ich würde mich heute für Ueli Vogt entscheiden, der gegenüber dem Favoriten Albert Rösti den grossen Vorteil geniesst, nicht in 17 Verwaltungsratsmandate verstrickt zu sein. 

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