Gebt uns unser Virus zurück

Jeden Tag der Diskurs über das Virus. Die Sendungen "Talk täglich" auf verschiedenen TV-Kanälen liessen uns glauben, es gebe nur noch das Coronavirus, über das man sprechen könne. Die pressegierigen Politiker*Innen, welche sich alle zu Fachleuten mauserten, alle hatten sie gute Vorschläge, Ansichten und natürlich viel Kritik gegenüber den Behörden, was jetzt gerade gefragt bezw. nicht gefragt sei. Und plötzlich ist es weg. Das Virus hat einem neuen Invasor Platz gemacht, hat die TV-Stationen über Nacht erobert:  Das weit aggressivere Virus "Wladimir Putin" mit seinem Minderwertigkeitskomplex, den er mit einem sogenannten "Verteidigungskrieg" bekämpft und MIllionen von Menschen ins Unglück stürzt, ganze Städte ausradiert und dabei keine Rücksicht auf Frauen und Kinder, Spitäler und Schulen kennt.  

 

Wie in der Coronakrise herrscht auch in diesem Diskussionsfeld der Krieg Fake gegen Fake. Es wird wieder gelogen was das Zeug hält.  Jeder Esel hält dem anderen seine langen Ohren vor. Am meisten leidet die Zivilbevölkerung unter den Raketen und Bomben und der "starke Mann", der sich gerne als  Karatekämpfer und strammer Reiter zeigt, gibt zu verstehen, dass er die grösste Nuklearmacht der Welt habe. "Wer uns aufzuhalten versucht, wer unserem Volk schadet - der wird die grösste Niederlage erleben, die je gesehen wurde." So tönte es vor kurzem aus dem Mund des Machos. Man kann keinen TV-Sender mehr einschalten, von dessen Bildschirm nicht über den Ukraine-Krieg debattiert wird. Man ist versucht, den TV-Sendern zu zu rufen: "Gebt uns unser Virus zurück, wir haben uns so daran gewöhnt". 

 

  

 

Um so mehr befremdet die Aussage unseres Weltwoche-Heinis "Köppel" mit den Worten, der grösste Aggressor sei Deutschland oder die Behauptungen von Köppels Partei-Linienfreund aus den USA, Steve Bannon, der die Gerichtseinladung zur Befragung betreffend dem Sturm auf das Capitol nicht befolgt hat, Putin sei eben noch ein richtiger Mann. Auch der Oberlügner Trump rühmt den Despoten in den höchsten Tönen. Wer hat denn den gefragt? 

 

US-Präsident Joe Biden jedenfalls setzte den wahren Aggressor Putin auf die Liste der schlimmsten Despoten der Welt, wo er sich zusammen mit Aljaksander Lukaschenko, Muammar al Gadaffi, Sadam Hussein und Bashar al Assad in bester Gesellschaft befindet. Eigentlich müsste man auch Hitler und Stalin in diesem Zusammenhang nennen. Um so mehr als man heute vernimmt, Putin habe seine Atomwaffenbasis in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Ich frage mich, ob der Mann noch alle Tassen  im Schrank hat.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0