Das Herz im Sinus-Rhythmus

13.07.2018 Letzten Sommer wurde an meinem Herzen eine Cryo-Ballon-Ablation durchgeführt. Dabei wurden alle vier Pulmonalvenen abladiert d.h. mit 70 Grad Hitze verödet. Das sollte die falschen Impulse an das Herz stoppen, damit kein Vorhofflimmern mehr entstehen kann. Der Einlass findet in der rechten Leiste statt. Die Instrumente werden nach oben bis in die rechte Herzkammer geführt. Die Herzscheidewand wird durchstochen und in der linken Kammer findet dann die Ablation statt. Das Ganze ist absolut schmerzlos, da die Herzscheidewand keine Schmerzsensoren aufweist. Der Eingriff dauert zwischen zwei und vier Stunden. Während diesem Eingriff wird der Herzschlag gesteuert und kontrolliert. Es wird so lange verödet, bis keine Stolperschläge mehr stattfinden. Wenn die Spezialisten alles erwischen, bleibt es bei einer Aktion, wenn nicht, muss später wiederholt werden. Ich habe nichts gespührt, zeitweise habe ich auch geschlafen. So habe ich auch nicht bemerkt wie die Zeit verging.

 

 

Der Aufenthalt im Inselspital dauerte 2 ½ Tage. Alles ist gut gegangen. Ausser einem Bluterguss in der Leiste habe ich nichts zu beklagen. Insbesondere sind meine Blutdruckwerte seither super und die Herztätigkeit absolut im Sinusrhythmus ohne jegliche Störung. Die Medikamente konnten zurück gefahren werden und damit ist auch der Schwindel Vergangenheit. Anfangs wurde ich noch schnell müde, aber jeden Tag fühle ich mich unternehmungslustiger. Holz anrühren – ich hoffe schwer, dass der Erfolg anhält, denn nach der Statistik muss der Eingriff bei ca. 20 % wiederholt werden. Jetzt bin ich schon ziehmlich genau ein Jahr ohne Probleme. Ich hoffe, dass es so bleibt.

 

Einen Tag nach der Entlassung hatten wir die dumme Idee, einen Ausflug auf den Grenchenberg zu machen – die erste weite Fahrt mit dem neuen Auto. Insgesamt dauerte der Ausflug ca. 5 Stunden. Das war wahrscheinlich etwas zu viel. Auf der Heimfahrt erwischte ich im Kreisel an der Bielstrasse in Solothurn eine falsche Spur. Madeleine bekam einen grossen Schreck. „Hei was machst du?“ schrie sie.  Es ist für mich fast unerklärbar. Ich muss für eine Sekunde völlig weg gewesen sein. Ich erinnere mich überhaupt nicht an die letzten 20 Meter. Die Lehre daraus: Ich muss genau darauf achten, wie sich mein Fahrverhalten im Alter entwickelt. Im negativen Fall gedenke ich, den Ausweis rechtzeitig und freiwillig abzugeben. HRJ

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