Band New's

Sehr selten aber doch ab und zu gibt es neue Gesichter. So trat der langjährige Bandleader der Loverfield Jazzband, Pesche Trachsel,  Anfang 2022 unserer Formation als Klarinettist und Saxophonist bei.  Willkommen bei Chicago Hot Six. Ich war früher 9 Jahre in seiner Band, jetzt ist er in meiner. So haben wir wieder zusammen gefunden. Ich hoffe, dass er jetzt auch mindestens 9 Jahre bei uns bleibt. 

 

Einen Wechsel gab es auch bei der Charge Piano. Ernö Mericske ging als Zahnarzt und Implantologe im Alter von 77 Jahren in den  Ruhestand. Damit erhöhte sich sein musikalisches Engagement enorm, aber nicht in Richtung Jazz sondern in Richtung Klassik, wo er in einem Ensemble in Langenthal Kontrabass spielt und zeitlich so stark gefordert ist, dass er seinen Platz in unserer Band einem Jüngeren überlassen wollte. Ernö steht uns weiter zur Verfügung wenn wir ihn brauchen. Wir danken ihm für die wunderbaren Improvisationen.  

 

Unser neuer Pianist, Moody Rassouli, ist ein Strahlemann. Immer gut gelaunt und als Jazzer eine Koryphähe. Er ist in allen Stilrichtungen ein wahrer Künstler. Insbesondere seine virtuosen Improvisationen stehen denen von Eroll Garner in nichts nach. Seine Boogie Woogies sind mit Augen und Ohren schwer zu verfolgen. Wir sind glücklich, ihn bei uns zu haben.

   

Es ist ruhiger geworden in der Jazz Szene. Die Corona Pandemie hat uns alle verändert. Musiker, Publikum wie auch Engageure haben sich zurückgezogen. Sie haben Anlässe zurückgestellt oder ersatzlos gestrichen. Gastronome und Veranstalter wollen keine Risiken mehr tragen. Immer mehr wird aus Engagements-verträgen eine Hutgagenvereinbarung d.h. die Bands müssen ihr Publikum selbst mitbringen wenn sie spielen wollen. Dies bedeutet, dass die Bands ein Zugpferd haben müssen, einen Motor um das Ganze am Laufen zu halten. Zu letzt ist es dann das Publikum, das durch sein Erscheinen oder Nichterscheinen am Anlass Erfolg oder Misserfolg bestimmt. 

 

Einige Musiker hatten Mühe, die neue Situation zu verstehen. Sie mussten lernen, dass der einzige Auftraggeber der Konzertbesucher ist und dass man sein Verhalten nicht beeinflussen kann. Die Angst vor dem Coronavirus mag dabei eine Rolle gespielt haben. Nach einigen Misserfolgen habe ich mich entschlossen, mich aus mehreren Bandmitgliedschaften zu verabschieden und auf organisatorische Tätigkeiten zu verzichten. Mit 77 Jahren merke ich auch, dass ich nicht mehr zwanzig bin und dass mir zwei aufeinander folgende Auftritte zu schaffen machen. Ich habe mich deshalb auf das Wesentliche besonnen - auf den Auftritt selbst. Den Jazz ganz aufzugeben kommt für mich aber erst in Frage, wenn es gesundheitlich nicht mehr anders geht.